Gastartikel von Ulrike Wolf

Ulrike Wolf ist eine Coaching-Kollegin, die ich in einem Workshop für Selbständige kennenlernen durfte. Ulrike hat mich durch ihre klare Kommunikation und ihren Blick auf Familienthemen begeistert.

Da wir beide einen ähnlichen Antrieb haben – nämlich Coaching für mehr Balance und Zufriedenheit im Leben – und sich unsere Zielgruppen bei ‚working moms‘ gut ergänzen, haben wir füreinander Gastartikel verfasst.

So gelingt dir der Wiedereinstieg in den Job nach der Elternzeit

Der Wiedereinstieg in den Job nach der Elternzeit ist für viele Mamas eine Herausforderung. Neben organisatorischen Fragen tauchen oft Unsicherheiten über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf auf. Wie kann der Übergang reibungslos gelingen? Welche Möglichkeiten gibt es, um sich optimal auf die Rückkehr in die Arbeitswelt vorzubereiten? Dieser Artikel gibt dir eine klare Schritt-für-Schritt-Anleitung und hilfreiche Tipps, um deinen Neustart erfolgreich zu gestalten.

5 Schritte für den Wiedereinstieg in den Job

Plane deinen Wiedereinstieg 

Mach dich vorab über die rechtliche Rahmenbedingungen zu deinem Wiedereinstieg schlau. Ein guter Anfang hierfür ist das Familienportal des Bundes. Informiere dich auch über den lästigen Papierkram: In welcher Form sind Anträge einzureichen? Welche Fristen gelten?

Sobald du einen Überblick über die wichtigsten Anträge und Fristen hast, hast du auch einen groben Zeitplan für deinen Wiedereinstieg.

Finde heraus, was dir wichtig ist

In dem Moment, in dem wir Mama werden, verschieben sich häufig unsere Prioritäten. Möglicherweise blickst du nun ganz anders auf dein Leben als zuvor. Vielleicht bist du nicht bereit so zu arbeiten, wie du vor der Babypause getan hast. Bevor du also in die Erwerbsarbeit zurückkehrst, solltest du herausfinden, was dir wichtig ist.

  • Was für ein Leben möchtest du führen? 
  • Welche Rolle spielen darin Familie und Arbeit? 
  • Welche Werte möchtest du deinen Kindern vermitteln? 
  • Welchen Stellenwert haben für dich Freiheit, Selbstbestimmung, Kooperation, Sicherheit, Gleichberechtigung und Lernen?

Über solche Fragen solltest du dir im Vorfeld Klarheit verschaffen. Idealerweise machst du das im Rahmen einer Selbstreflexion. Entweder allein für dich, im Gespräch mit deinem Partner und guten Freunden, oder im Rahmen eines Coachings. 

Aber wo fängt man an? Manchmal ist es gar nicht so leicht, all diese Gedanken zu sortieren und Klarheit zu gewinnen. Genau dafür habe ich ein Workbook erstellt, das dich durch diesen Prozess begleitet.

Mein Workbook enthält eine Vielzahl an Reflexionsfragen, die dir helfen, deine Prioritäten bewusst zu setzen und herauszufinden, was dir im Leben und im Alltag mit deinen Kindern wirklich wichtig ist. Es unterstützt dich dabei, deine Werte zu definieren, deinen idealen Tagesablauf zu skizzieren und eine klare Vorstellung von deinem Wiedereinstieg nach der Elternzeit zu entwickeln.

👉 Fordere hier das kostenfreie Workbook an und starte deine Reise zu einem bewussteren Familien- und Arbeitsleben!

Wenn du erst mal herausgefunden hast, was dir wichtig ist, kannst du dies als Maßstab nehmen und deinen Wiedereinstieg in die Erwerbsarbeit daran ausrichten.

Erkunde deine Optionen für den Einstieg nach der Elternzeit

Sobald du deine Prioritäten geklärt hast, kannst du verschiedene Möglichkeiten für deinen Wiedereinstieg erkunden. 

  • Zurück zum bisherigen Arbeitgeber oder berufliche Neuorientierung?
  • Bietet dein Arbeitgeber bestimmte Unterstützung bei der Kinderbetreuung an?
  • Welche Möglichkeiten gibt es, um deine Arbeitszeit zu flexibilisieren (Home Office, Gleitzeit)? 
  • Möchtest du deine Arbeitszeit reduzieren?

Wäge die Vor- und Nachteile der verschiedenen Optionen gut ab. Die Reduktion deiner Arbeitszeit kann im ersten Moment sinnvoll erscheinen, langfristig gesehen ist sie jedoch mit Vorsicht zu genießen. 

  • Inwiefern kannst du dein Gehalt verbessern, wenn du in Teilzeit arbeitest?
  • Inwiefern hast du die Möglichkeit auf eine Beförderung, wenn du in Teilzeit arbeitest?
  • Inwiefern kannst du eine gerechte Aufgabenteilung im Haushalt erreichen, wenn du in Teilzeit arbeitest?

Vielleicht kannst du deine Teilzeit zunächst befristen.

Organisiere die Betreuung für dein Kind

Die Kinderbetreuung ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für einen reibungslosen Wiedereinstieg. Mache dich mit den Optionen vor Ort vertraut und beantrage frühzeitig einen Platz. In vielen Städten und Gemeinden gibt es sogenannte Familienbüros, die Eltern beratend zur Seite stehen und auch bei der Suche nach einem Betreuungsplatz unterstützen können.

Vielleicht ist die klassische Kita für dich auch nicht die richtige Wahl. Es ist auch möglich, dein Kind von Tageseltern, einem Au-Pair oder deiner erweiterten Familie (Großeltern, Onkel, Tanten) betreuen zu lassen. 

Wichtig ist, dass du auf dein Bauchgefühl hörst. Besuche die potentiellen Betreuungseinrichtungen, sprich mit den Menschen vor Ort und verschaff dir einen Eindruck. Du bist keine schlechte Mutter, wenn du dein Kind betreuen lässt. Du bist keine schlechte Mutter, wenn du wieder arbeiten gehst. Es ist aber auch normal unsicher zu sein. Vor allem, wenn es dein erster Wiedereinstieg in den Job ist. Deshalb beherzige Tipp 3 (Plane deinen Wiedereinstieg mit ausreichend Puffer), Tipp 6 (Entzerre deinen Alltag und mache Pausen) und Tipp 7 (Aktiviere und pflege dein Netzwerk).

Vereinbare ein Treffen mit deinem Arbeitgeber

Teile deinem Arbeitgeber mit, ab wann du wieder arbeiten wirst, und biete ein persönliches Gespräch an, um alles Weitere zu klären. In diesem Gespräch solltet ihr transparent über Arbeitszeiten, mögliche Teilzeitmodelle und deine zukünftigen Aufgabenbereiche sprechen.

Führe dieses Gespräch am besten 3-6 Monate bevor du in den Job zurückkehrst. So haben sowohl du als auch dein Arbeitgeber ausreichend Zeit, um den Wiedereinstieg zu planen.

7 Tipps, die dir den Einstieg nach der Elternzeit erleichtern

Prüfe deinen Arbeitsvertrag und beantrage ein Zwischenzeugnis 

Bereits vor der Elternzeit kannst du etwas tun, um dir den späteren Wiedereinstieg zu erleichtern. Überprüfe, ob die Jobbezeichnung und Gehaltsangabe in deinem Arbeitsvertrag auch der Realität entsprechen. Dein Arbeitgeber muss dir nach der Elternzeit einen gleichwertigen Job anbieten. Was für ein Job das ist, richtet sich nach deinem Arbeitsvertrag. Falls eine Beförderung nicht in deinem aktuellen Vertrag festgehalten ist, hast du im Streitfall die schlechteren Karten. 

Außerdem ist es hilfreich, vor der Elternzeit ein Zwischenzeugnis zu beantragen (darauf hast du übrigens einen Anspruch). Darin bestätigt dir dein Arbeitgeber deinen Job, deine damit verbundenen Aufgaben und deine Leistung. Solltest du in der Zwischenzeit einen neuen Chef bekommen, umgehst du mit dem Zwischenzeugnis das Problem, dass dich jemand bewertet, mit dem du möglicherweise nie zusammengearbeitet hast. 

Bleibe in Kontakt 

Halte auch während der Elternzeit den Kontakt zu deinem Arbeitgeber und Kollegen. Damit signalisierst du, dass du weiterhin Interesse an der Arbeit hast – auch wenn deine Prioritäten gerade woanders liegen. Bedanke dich persönlich für die Glückwünsche zur Geburt, indem du mit deinem Kind mal vorbeischaust. Nimm Einladungen zum Teamevent oder der Weihnachtsfeier an. 

Je mehr Interesse du signalisierst, desto leichter fällt es deinem Team, an dich zu denken (dann wirst du auch eher eingeladen, wenn es im Team etwas zu feiern gibt). Je mehr du den Kontakt während deiner Elternzeit aufrechterhältst, desto leichter fällt es dir später, wieder Anschluss zu finden.

Plane deinen Wiedereinstieg mit ausreichend Puffer

Viele Dinge weißt du noch nicht, wenn du beginnst deinen Wiedereinstieg zu planen. 

  • Wie läuft die Eingewöhnung in der Kita? 
  • Wie häufig ist dein Kind krank? 
  • Wie anstrengend wird der Morgen für euch, wenn es Termine gibt? 

Und einige Dinge laufen auch ganz anders als geplant. Damit dich unvorhergesehene Ereignisse nicht ins Taumeln bringen, plane ausreichend Pufferzeit mit ein. 

Das kann bedeuten, dass du dir nach der Eingewöhnung noch zwei-drei Monate Zeit lässt, bevor du wieder einsteigst. Vielleicht braucht ihr die ganze Zeit für die Eingewöhnung. Vielleicht ist die Eingewöhnung bereits nach ein paar Wochen abgeschlossen. Um so schöner, dann hast du nun etwas Zeit für dich. Genieße sie, die ersten Wochen im Job werden dich genug fordern.

Fordere Begleitung für deinen Wiedereinstieg

Während deiner Elternzeit wird viel passieren. Nicht nur in deinem Privatleben, auch an deinem Arbeitsplatz. Neue Leute kommen ins Team, neue Kunden werden betreut, Prozesse verändern sich und vielleicht wird auch ein neues IT-System eingeführt. 

Sich nach der Elternzeit wieder zurechtzufinden, kann sehr herausfordernd sein. Aber wer sagt denn, dass du dir alles selbst aneignen musst? Du kannst deine Führungskraft fragen, ob sie bereit ist, deinen Wiedereinstieg mit einem zusätzlichen Training zu begleiten. Um solche Unterstützung zu bitten, ist keine Schwäche. Im Gegenteil, so signalisierst du Lernbereitschaft und Engagement. 

Gestaltet gemeinsam aus wie diese Begleitung aussehen kann: vielleicht schaust du erstmal jemand anderem über die Schulter, vielleicht arbeitest du mit jemandem zusammen dem du jederzeit Fragen stellen kannst, vielleicht plant ihr pro Woche 2-3 Stunden Zeit an in denen dir erklärt wird sich in deiner Abwesenheit geändert hat. Von dieser Begleitung profitierst nicht nur du. Sie bietet auch deiner Führungskraft eine gute Gelegenheit, die Einarbeitungspläne zu überarbeiten.

Ziehe Arbeit im Büro dem Home Office vor

Home Office ist eine schöne Möglichkeit, um deine Arbeitszeit zu flexibilisieren. Oder auch, um zu arbeiten und während du dein Kind betreuen musst (auch wenn das nur so mittelgut funktioniert 😁). Nutze Home Office nur dann, wenn es sein muss, nicht aus Bequemlichkeit. 

Am besten gelingt dir der Wiedereinstieg, wenn du in direktem Kontakt mit deinen Kollegen bist. Egal wie gut angeblich die Kommunikation innerhalb eines Unternehmens ist, viele Informationen werden spontan an der Kaffeemaschine ausgetauscht und nicht über offizielle Kanäle. Im direkten Austausch kannst du viel stabilere Beziehungen aufbauen als über Online-Meetings. All die nonverbalen Kommunikationssignale kannst du besser wahrnehmen, wenn du mit deinen Kollegen den realen Raum teilst. Und du hinterlässt auch mehr Eindruck, wenn du dich zeigst. Sei also vor Ort! 

Entzerre deinen Alltag und mache Pausen

Dein Arbeitsalltag war sicher auch schon vor der Babypause anspruchsvoll. Damit du zwischen Kita und Büro entspannt bleibst, plane ausreichend Zeit für die einzelnen Tätigkeiten ein. 

Ausreichend Zeit einzuplanen kann auch bedeuten, einfach wenige oder gar keine Termine zu haben. Deine Nachmittage müssen nicht mit Kinderturnen oder musikalischer Früherziehung gefüllt sein. Es ist total ok, wenn nichts weiter ansteht, als eine entspannte Zeit miteinander zu haben. Diese freie Zeit kannst du dann nutzen, um deinem Kind deine ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken: lese deinem Kind vor oder spiele mit ihm. Ihr könnt aber auch einfach gemeinsam Pause machen: auf dem Sofa kuscheln und eine Geschichte anhören oder die Sonne genießen. In beiden Fällen stärkst du die Bindung zu deinem Kind und gibst emotionale Stabilität. So gelingt es euch beiden besser, die tägliche Trennung zu überwinden. 

Regelmäßige Pausen sind extrem wichtig für dein Wohlbefinden. Das bewusste Nichtstun ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Wie du mehr Pausen in deinen Alltag integrieren kannst, erkläre ich dir auf meinem Blog.

Aktiviere und pflege dein Netzwerk 

Es braucht immer das sprichwörtliche Dorf, um ein Kind zu begleiten. Hole dir Hilfe bei der Bewältigung der Alltags-Logistik. Binde deine Familie mit ein, sofern sie in der Nähe lebt. Vielleicht bietet es sich an, einen Nachmittag mit den Großeltern zu etablieren. 

Suche den Austausch mit anderen Eltern, um von deren Erfahrungen zu profitieren. Trau dich, offen zu sagen, was dir wichtig ist und wo du Unterstützung brauchst. Ein Gespräch auf dem Spielplatz, beim Elternabend oder an der Kita-Tür kann oft schon der Beginn wertvoller Kooperation sein. 

Netzwerke zu pflegen bedeutet auch, selbst Hilfe anzubieten – denn Unterstützung beruht auf Gegenseitigkeit. Vielleicht ergibt sich eine Fahrgemeinschaft für die Kinder, oder ein gemeinsames Kochen mit anderen Eltern. Du kannst auch andere Eltern fragen, ob ihr euch bei der Kinderbetreuung abwechseln wollt – so hast du ab und zu Zeit für dich und die Kinder genießen das Spielen in Gesellschaft.

Fazit: Vorbereitung zahlt sich aus

Der Wiedereinstieg in den Job nach der Elternzeit erfordert eine gute Planung und bewusste Entscheidungen. Indem du dir frühzeitig Gedanken über deine Prioritäten machst, deine beruflichen Optionen abwägst und die Kinderbetreuung organisierst, legst du den Grundstein für einen gelungenen Neustart. Mit der richtigen Vorbereitung und einer offenen Kommunikation mit deinem Arbeitgeber kannst du den Übergang erleichtern und eine gute Balance zwischen Familie und Beruf finden. Nimm dir die Zeit, um deinen Weg bewusst zu gestalten – es lohnt sich!

Wer schreibt hier? Über Ulrike Wolf 

Hey du! Ich bin Ulrike, selbst berufstätige Mama und fest davon überzeugt, dass wir Mamas der Schlüssel zum gesellschaftlichen Wandel sind. Denn wir gestalten maßgeblich die Welt unserer Kinder und somit auch die Zukunft.

Ich möchte, dass wir nicht nur funktionieren, sondern uns Zeit für uns selbst und unsere Kinder nehmen. Durch meine eigene Erfahrung weiß ich, wie es ist, den Kontakt zu sich selbst zu verlieren. Der Entschluss, das Super-Mama-Kostüm abzulegen, hat alles geändert.

Hilfe zur Selbsthilfe in Kursen und Coachings, das ist es, was ich dir bieten kann.